Ahoi liebe Ostsee:
Carola Nordmeyer-Frank & Oliver Frank von der SY Seefee
Welch eine Glück, mehrere kleine sowie zwei größere Segeltörns konnten wir in dieser wetterbedingt sehr abwechslungsreichen Segelsaison unbeschwert wie vergnügt erleben:
Mit dem zunächst kühlfrischen Frühsommerstart im Mai haben wir die kleine, altbekannte Runde der dänischen Südsee absolviert und uns in Marstall über alle wieder aufgebauten wunderschönen Strandhäuser riesig gefreut.

Im Juni ging es dann auf große Tour nach Schweden, eine herrliche Strecke über Bornholm, rüber zum Kalmarsund, vorbei an Öland, teils mit (echt bitterkalten) Nachtfahrten und einigen Stopps in bildhübschen Häfen wie Kristianopel oder Byxelkrok bis hin zur zauberhaften, mittelalterlich anmutigen Stadt Visby auf der Insel Gotland, wo wir auch das Mitsommerfest erleben durften.

Zusammen mit der SY Dörte haben wir weiterhin im August erstmalig Teile der polnischen Küste mit ihren Häfen erkundet und dabei oft lange Tagesstecken zurückgelegt um bis zum besonders interessanten Städtchen Kolberg zu gelangen. Auf dem Hinweg vorbei an Hiddensee und Rügen, auf dem Rückweg dann durch Swinemünde, das Stettiner Haff und den Peenestrom, dann vorbei an Stralsund sowie der vorpommerschen Boddenlandschaft zurück zum Heimathafen. Eine ganz besondere Reise.

Voller Freude haben wir es im Spätsommer nochmals geschafft eine kleine rasante Segelrunde in der dänischen Südsee bei herrlichem Wetter mit mehreren Ankerstopps zu erleben.
Resümee 2025: Die Ostsee ist zum Segeln überall umwerfend und wunderschön! Ob bei gutem oder anstrengenderem Wetter, ob mit Ziel Dänemark, Schweden oder Polen … es macht einfach viel Spaß. Weiterhin ahoi liebe Ostsee.
Törnbericht SY Bonvivant:
Marlies Fischer und Hans-Jürgen Hohmann von der SY Bonvivant
Endlich mal wieder länger los. Nachdem ich den Sommer 2024 nach dem Fahrradunfall und Beinbruch zuhause im Stubenarrest auf der Couch verbringen musste, haben wir uns im Juli/August sieben Wochen Zeit genommen. Richtung Norden, Anholt, schwedische Küste, Kopenhagen ist die Planung.
Aber dann kommt der Wind aus Nordwest, die erste Etappe geht am 10.7. nach Warnemünde. Dort halten uns Sturm und Nässe vier Nächte im Hafen an der Mittelmole fest. Also lesen, puzzeln an Bord, entschleunigen, Kreuzfahrtschiffe beobachten, in den Regenpausen spazieren und Kaffeetrinken gehen.
Am 14.7. segeln wir bei gutem Wetter nach Barhöft, und über Neuhof – schöner Hafen, aber nix los – und Peenemünde Nord – guter Hafen mit Platz auch noch abends, toller Hafenmeister, gute Gastronomie – erreichen wir am 17.7. Swinemünde. Bestes Wetter für Strandleben, Promenadenbummel, Eis schlecken, Restaurantbesuche, radeln im Kurpark und Supermarkt-Entdeckungen.

Am 21.7. müssen wir unseren Liegeplatz verlassen, weil viele Regattaboote erwartet werden. Wir passieren die Kaiserfahrt und segeln über das Stettiner Haff nach Ueckermünde. Dort probieren wir verschiedene Boxen zwischen Seerosen beim Yachtclub, bis dann ein Liegeplatz passt, und machen uns auf in die Stadt. Tja… ganz hübsch saniert, aber viel Leerstand in Häusern und Läden. Dafür der ostdeutsche Shopping-Dreiklang Lidl, Tedi, Kick. Und dann hat Ueckermünde auch keine Chance mehr, weil es fast drei Tage lang durchregnet und wir die Bonvivant kaum verlassen können.
Über das Stettiner Haff am 24.7. vorbei an den Brückenresten von Karnin in den Peenestrom und das Achterwasser mit Passage der Brücken von Zecherin und Wolgast wieder nach Peenemünde Nord und am 25.7. für zwei Nächte nach Gager auf Rügen. Schöne Landschaft, wieder gutes Essen im Gasthaus zum Anker, aber der Hafen wirkt vernachlässigt, weil der Eigentümer und die Gemeinde sich nicht auf Sanierungsmaßnahmen einigen können. Nur um die Ecke am 27.7. nach Thiessow. Ein unordentlicher Fischerhafen mit Charme, Räucherfischbude und nahen Stränden. Abends Live Musik mit einer Band aus Berlin, gute Drinks und viele Mücken.
Anschließend wegen Wind- und Wettervorhersage jeweils zwei Nächte in Neuhof am Strelasund und Schaprode auf Rügen. In Schaprode liegt man wie in einem Kanal, kann vom Schiff aus baden. Es gibt einen Hofladen und zwei Restaurants. Und der Hafenmeister ist auch sehr nett.

Dann nach vielen Jahren am 1.8. mal wieder nach Hiddensee. Wir sind schon um 10 Uhr in Vitte im Yachthafen Lange Ort, um eine Box zu ergattern. Früher war der Hafen mittags voll, jetzt gibt es sogar abends noch Plätze. Die Sanitäranlagen und Stege sind unverändert. Aber mittlerweile kann man am Hafen Pizza essen, Kaffee trinken und Drinks bestellen. Schön! Wir bleiben sechs Nächte, genießen Strandleben, Natur, Kultur und Kulinarik auf der Insel, wettern einen veritablen Sturm ab.
Am 7.8. legen wir früh Richtung Dänemark ab. Langer Schlag bis Stubbeköbing. Der Hafen ist voll, ranzig und sehr teuer. Für eine Nacht gehen wir an einem schmuddeligen Motorboot ins Päckchen und sind am nächsten Tag schon mittags auf Vejrö. Viel Natur und wildes Obst im Überfluß, schöner Strand, gute Sanitäranlagen, leckeres Essen im Restaurant, kostenlose Waschmaschinen, Räder und Feuerholz auf dieser feinen Privatinsel. Nur die gut betuchten Dänen, die übers Wochenende mit ihren Motorbooten und viel Alkohol einfallen, stören die Idylle. Die genießt übrigens auch Björn Both, der Sänger von Santiano. Sehr netter Mann.

Über Agersö, Lohals und Strynö – überall schön und dänisch hyggelig – erreichen wir am 15.8. Marstal. Zwei Nächte längsseits an Brücke 2 und jedes Boot bei der Ein- und Ausfahrt beobachten – der Skipper ist begeistert. Mit dem Bus fahren wir nach Ärösköbing, sehr voll und sehr touristisch. Hat mit unserem Hochzeitshafen vor 31 Jahren nicht mehr viel zu tun. Dann stehen noch Bagenkop und Orth auf der Törnliste, bevor wir am 19.8. wieder in Heiligenhafen festmachen. Sechs Wochen, 22 Häfen, 405 Seemeilen durch Mecklenburg-Vorpommern, Polen, Dänemark und Schleswig-Holstein. Gesund und munter kehren wir mit intaktem Schiff in den Heimathafen zurück. Danke Bonvivant!

Das erste, was über Bord geht, ist bekanntlich die Törnplanung …
Christine und Jürgen Kaltenbach von der SY Alegria
So betiteln wir im Nachhinein unsere Sommerreise, die uns ab Juni nach Stockholm und dann durch den Götakanal führen sollte. Doch nicht die häufigen Schietwetterstopps bereits auf dem Hinweg haben uns von diesem Kurs abgebracht. Ein kleines Niroauge am Rollfockwirbel wollte den Kopfschäkel des Vorsegels nicht mehr halten und riss in einer achterlichen Sturmbö auf. Dieses Ereignis schon kurz vor Ystad war Pech, aber eine Weiterfahrt ohne Chance auf Ersatz oder Reparatur mit einem Vorsegel, das nicht mehr gerollt werden kann, nun auch keine nautisch verlockende Perspektive.
So machten wir aus der Not eine Tugend, flanierten durch das frühsommerlich blühende Wallander-städtchen, trafen zufällig mit freudigem Hallo auf die Crew der Vineta und ganz ohne Krimi ging es mit der Fock II bei nachlassendem Wind wieder nach Südwesten zur Heimatbasis, wo schon unser Nirospezialist für die fällige Reparatur in Wartestellung stand. Nach zwei langen Schlägen legten wir in Burgtiefe an und freuten uns über eine kunstvolle Schweißarbeit zur Wiedergewinnung unserer vollen Segelkapazitäten. Der Elan für die große Tour allerdings war vergangen, wir ließen die Alegria erst mal vier Wochen an den Festmachern und schmiedeten zuhause einen „Plan B“.
Der ging im August über Gedser, Nysted und das nun vollbelegte Klintholm in den Öresund. An malerischen Kreideküsten vorbei liefen wir nach Dragör, ein idealer Ausgangspunkt für ausgiebige Kopenhagenbesuche, ohne um das Liegeplatzangebot der Hauptstadt sich Gedanken machen zu müssen. Die Sonne meinte es meistens gut, der Wind öfter moderat bis schwach, ein positiver Kontrast zum Frühsommer. Der Sund bis Helsingör war schnell durchfahren, die dänischen Häfen gut besucht mit schwedischen Gästen, immer einige auf der Jagd nach hochprozentigen Schnäppchen. Auch wenn die Restriktionen und hohen Preise bei alkoholischen Getränken weiterbestehen, scheint sich die Kaufkraft in Schweden aber verbessert zu haben. Schloss Kronborg ließen wir bald im Kielwasser und liefen Sonntagnachmittag den Inselhafen Bäckviken auf Ven an, ein gutes Timing wie sich herausstellte. Abends waren wir dann beinahe das einzige auswärtige Schiff, während die Fähre „Stjerneborg“ stetig hunderte Tagesgäste nach Landkrona zurückbrachte.

Ein fußballfeldgroßer Fahrradverleih unmittelbar am Hafen lässt ahnen, welche Zweirad-Rush-Hour auf der kleinen Insel in der Hochsaison herrschen muss.

Wir ließen es uns dennoch nicht nehmen, zum Tycho-Brahe-Museum in Inselmitte zu laufen und anzuschauen, was die Schweden zu diesem erstaunlichen dänischen Wissenschaftler zusammengetragen haben. Die paar Meilen nach Landskrona legten wir, den markanten Wasserturm vor Augen, im Handumdrehen zurück, nach der betonnten Einfahrt fanden wir Platz am Schwimmsteg im Nyhamn. Das innere Becken erreicht man über einen kleinen Kanal, dessen Fußgängerbrücke sich auf Knopfdruck öffnen lässt. Beste Einkaufsmöglichkeiten, die Zitadelle und sicheres Liegen machen den Umweg durch das Fahrwasser lohnend.
Südwärts lagen nun erneut Dragör und Rödvig auf unserem Kurs. Stevns Kint mit UNESCO-Weltnaturerbestatus, Zeuge eines Meteoriteneinschlags vor 66 Mio. Jahren, beeindruckt besonders von der Seeseite. Zu Land gibt es auf dem „Trampestien“ viel zu sehen, so die halb ins Meer gestürzte Kirche von Höjerup. Der Rückweg in die heimatlichen Gewässer führte wiederum an Möns Klint vorbei und wir legten zum viertem Mal in dieser Saison in Klintholm die Leinen über den Pfahl. Von dort aus kennen wir Kurse und Seezeichen fast auswendig, über Gedser kamen wir nach knapp drei Wochen und mit der Tour im Frühsommer zusammen 562 nm im Heimathafen an.
Sommertörn nach Schweden in die Hanöbucht
Heimke und Thomas von der SY Vineta
Mitte Juni ging es für die Vineta-Crew Richtung Nordosten an den Start. Unser Motto in diesem Jahr:
Mittsommer in Schweden!
Bei guten Segelbedingungen gingen wir sehr motiviert an den Start und konnten über Gedser, Klintholm und Ystad zügig vorankommen. Die Wetterbedingungen waren meistens eher starkwindig aber aus der richtigen Richtung, so dass uns der Wind von Westen gut voran gebracht hat. Nach den bereits bekannten Häfen haben wir in diesem Jahr auch bewußt andere Häfen angefahren, die wir noch nicht kannten: dazu gehörten Skillinge, Hällevik und Karlshamm Svanevik. Wobei allerdings nur Svanevik in die Liste der „Lieblingshäfen“ mit aufgenommen wurde.

Wunschgemäß erreichten wir die wunderbare Insel Hanö am Mittsommertag. Über die Toppen geflaggt haben wir uns der guten und entspannten Laune der schwedischen Seglerinnen und Segler angeschlossen. Das Wetter war sonnig aber recht frisch. Baden kam nur für schwedische Kinder in Frage, die unerschrocken in das kühle Nass hüpften. 
Bei weiterhin starkem Wind und unangenehmer Welle von achtern ging es am nächsten Tag weiter nach Osten. Gerne hätten wir es bis nach Sandham im Eingang zum Kalmarsund geschafft, wo die Seefee bereits angekommen war, aber die Wetterlage war uns nicht gewillt, so dass wir nach Karlskrona abgelaufen sind. Karlskrona ist immer wieder einen Stopp wert und wir haben eine gute Zeit mit schönen Spaziergängen in der Stadt verbracht. Nach dem wir vor zwei Jahren über den Ostfjord weiter nach Torhamm gesegelt sind, wollten wir in diesem Jahr gerne die Westausfahrt des Fjordes erkunden. Begeistert hat uns die Drehbrücke am Westausgang der Karlskronabucht und die Strecke zwischen den vorgelagerten Schäreninseln. Sehr entspannt und landschaftlich sehr schön sind wir nach Karlshamm in den Svanevikhafen gesegelt. Die Wetterlage sagte Sturm von Nordwest voraus und so lagen wir sehr geschützt in diesem kleinen Hafen. Zu Fuß konnte man in kurzer Zeit den anderen Hafenteil mit leckerer Fischräucherei erreichen. Ein etwas größerer Spaziergang an der Strandpromenade führte uns dann am nächsten Tag in die Innenstadt von Karlshamm. Der Blick auf den Stadthafen war nicht schön, da die Boote dort bei der Wetterlage im starken Schwell lagen.

Über Hällevik und Simrisham ging es dann für uns wieder in Richtung Heimat mit Zwischenstopp in Ystadt. Dort trafen wir auf die Crew der Allegria und gemeinsam ging es dann weiter Richtung Klintholm. In Gedser trafen wir dann auf die Karibe und haben einen schönen gemeinsamen Grillabend verbracht.
Die Wetterlage wechselte von Starkwind auf null Wind und 35 Grad in Kühlungsborn. Zwei Tage Sonne und Strand machten richtig gute Laune zum Abschluss unseres Törns. Unser Fazit in diesem Jahr: Mitte Juni war es doch noch recht kühl und relativ einsam auf der Strecke; und drei Wochen sind definitiv viel zu kurz für einen Sommertörn Richtung Kalmar.
Sommertörn der SY Linnea vom 7.7. bis 1.8.2025 an die schwedische Ostküste:
Susanne und Christof Sönnchen von der SY Linnea
Auch in diesem Jahr steuerten wir die östliche Ostsee in unseren Sommerferien an.
Am späten Sonntagnachmittag machten wir bei einsetzendem Starkregen die Leinen in Großenbrode los und fuhren bei sich abschwächendem Wind in die Nacht mit Nordostkurs. Genau wie der Wind legte sich auch der Regen am späteren Abend schlafen und wir begannen bald mit unserer schon seit Jahren erprobten Wachsystem, während der Eine unter Deck ruhigen Schlaf genießen kann, hält der Andere im Cockpit unter der schützenden Kuchenbude Wache.
Der Montag brachte das angesagte teils sonnige aber auch windarme Wetter. Auch die 2. Nacht auf See verlief sehr ruhig, auch wenn man das permanente Motorgedröhn nicht gerade als ruhig bezeichnen kann. Am Dienstagmorgen erreichten wir nach 370 meist motorten Seemeilen unser anvisiertes Ziel in der Gegend von Nyköping, ca 50 km südwestlich von Stockholm. Um 8.40 fiel der Anker in einer schönen ruhigen Bucht und wir konnten nach gutem Frühstück erst einmal ausschlafen. Das nun beständig sonnige aber auch windarme Wetter ließ uns auch den nächsten Tag vor Anker in einer der unzähligen Buchten verbringen. Die morgendlichen Runden schwimmender Weise ums Boot und Ausflüge mit dem SUP-Board wurden schnell zum festen Tagesritual.

Der für den Samstag angekündigte Regen führte uns dazu bei merklich aufbrisendem Wind den ersten Hafen auf dem diesjährigen Sommertörn aufzusuchen. Am späten Freitagnachmittag erreichten wir Nyköping, wo wir längsseits an der Kaimauer festmachten. Hier blieben wir bis zum frühen Sonntagnachmittag und nutzten den nächsten Tag bei bedecktem Himmel und später einsetzenden Nieselregen für eine Fahrradtour in die Umgebung und einer kleinen Erkundungstour durchs Städtchen. Nachdem die schwachen Schauer abgezogen waren, besuchten wir den in Hafennähe gelegen Freizeitpark zum Public-Viewing des Fußballspiels zwischen der schwedischen und deutschen Frauennationalmannschaft, was bekanntlich den zahlreichen schwedischen Fans gut gefallen haben dürfte.

Wie bereits beschrieben legten wir am Sonntagnachmittag, nachdem wir den Dieselvorrat an der örtlichen Bootstankstelle aufgefüllt hatten, wieder ab. Nach der recht langen und engen Passage durch die Nyköping vorgelagerten Flachwassergebiete konnten wir endlich bei frischem Wind mal segeln. Dieser Schlag führte uns zu einer gut besuchten Ankerbucht, wo wir unser Eisen zwischen allerlei Segelyachten fallen ließen und das schöne Wetter genossen. Der nun wieder völlig eingeschlafene Wind erzeugte eine wörtlich zu nehmende spiegelglatte Wasseroberfläche, die zu schönen Fotomotiven einlud.

Auch in den nächsten Tagen war der Wind oft nur schwach zu spüren und die Maschine musste uns meistens in die nächste Bucht bringen. Das warme und beständig schöne Wetter ließ uns die Zeit in den Schären voll auskosten. Entweder vor Anker oder am Stein vor Heckanker hatten wir nicht das Bedürfnis einen der Häfen in der Gegend anzulaufen zumal unsere Solarpaneele und die Brennstoffzelle den Energiebedarf gut abdeckten. Am Donnerstag, den 17.7. hatten wir einen Abstecher zur bekannten Insel Harstena im Gryt-Skärgard auf unserem Törnplan. In die Insel schneidet von Nordosten eine fjordähnliche Bucht ein. Wir hatten schon auf unserem sehr gemächlichen Segeltörn hierher eine hohe Fluktuation im Bereich der recht engen Einfahrt bemerkt und wir endschieden uns dazu nicht in die im Naturhafenführer beschriebene Bucht zu fahren, sondern in der direkt vorgelagerten Bucht zu ankern. Eine gute Wahl, wie sich später herausstellte.
In der wohl recht bekannten Flisviken lagen ca 40 Boote vor Anker und wir hatten den Eindruck, in einem gut besuchten Hafen zu sein. Eine Freude für uns mit dem Beiboot schnell umzudrehen und die eigene alleinige Ankerposition zu genießen. Der kleine Ausflug auf die Klippe oberhalb unserer Ankerstelle in der Abendsonne war wohl eine der Höhepunkte dieses Urlaubs.
Am nächsten Tag folgte dann der Besuch des kleinen Örtchens auf der Insel. Auch hier herrschte drangvolle Enge am Anleger von Harstena. Wir ankerten gegenüber dem Anleger und machte einen kleinen Ausflug mit Hilfe unseres Beibootes. Echtes Bullerbü Feeling kam zwischen den vielen roten Häuschen auf. Die obligatorischen Kaneelsnecken kauften wir in der Dorfbäckerei und suchten dann

nach kurzer Zeit wieder das Weite. Das Wetter zeigte sich weiterhin von seiner besten Seite und es fiel uns nicht schwer die nächste schöne Ankerbucht zu finden,
Schon seit einigen Tagen beobachteten wir den Kurs der Segelyacht Karibe, die sich auf Nord Kurs aus dem Kalmarsund befand. Über Threema vereinbarten wir einen Treffpunkt in der Bucht Langholmen, wo wir nebeneinander wie in einem Hafen am Felsen festmachen konnten. Der Abend war herrlich und wir haben die Zeit auf den warmen Steinen in der Abendsonne genossen.

Der nächste Tag führte uns in den Hafen der Gryt-Werft. Schillings hatten uns anlässlich von Karins Geburtstag ins dortige Restaurant eingeladen und es folgte wieder ein wunderbarer Sommerabend. Am nächsten Morgen mussten wir uns dann aber wieder trennen, unser Kurs musste uns nun wieder in südliche Richtung führen und Karibe ging weiter auf Nord Kurs. Nachdem die Karibe abgelegt hatte, lösten auch wir die Festmacher. Der zunächst normal tuckernde Motor erstarb bei eingelegtem Rückwärtsgang und uns blieb nichts anderes übrig, als schnell das Vorsegel herauszuziehen. Segelnder Weise verließen wir das Hafengebiet und konnten uns mit mehreren Manövern auch zum Fahrwasser voran arbeiten. Im weiteren Törn Verlauf stellte es sich heraus, dass wir in Nyköping wohl nicht gerade den saubersten Schiffsdiesel getankt hatten. Immer wieder erstarb der Motor im Verlauf der folgenden Zeit in den z. T. sehr unglücklichen Momenten. Gut, dass man ein Segelboot hat.
Nun waren wir also auf Südkurs und mussten die Wind- und Wetterentwicklung der nächsten 2 Wochen in den Blick nehmen. Wenn Wind angesagt war, sollte der nur aus den südlichen Quadranten wehen. Nach einem sehr schönen Abstecher in den Hafen von Blankaholm folgte noch einmal ein toller Ankerspot nördlich des Kalmarsundes. Aber der nun eingeschlagene Südkurs musste beibehalten werden. Der nächste Stopp wurde in Borgholm auf Öland eingelegt, wo wir den schönen Abend in einem hafennahen Restaurant beschlossen.

Den für die nächste Woche angesagten Südwestwind wollten wir zuvorkommen und somit mussten wir uns beeilen, den Kalmarsund und die südlich gelegenen Häfen hinter uns zu lassen. Nach einem Zwischenstopp in Bergkvara kamen wir am 27.7. in Sandhamn an und beschlossen den für den nächsten Tag angesagten Nordwestwind zu nutzen und in Richtung deutsche Küste voran zu kommen.

Am nächsten Morgen starteten wir um 6 Uhr und konnten raumschots über die Hanöbucht segeln. Der Wind wehte bis kurz vor Erreichen des Gebietes vor Sandhammaren recht beständig mit 4-5 Bft. Dann fuhren wir kurz in der Flaute unter Maschine, aber nach passieren der südöstlichen Landspitze von Skane briste es in recht kurzer Zeit kräftig auf mit Drehung auf Nordwest. Im Abendlicht vor dem Windpark zwischen Bornholm und der schwedischen Südküste hatten wir bei voll gerefften Segeln bestimmt mehr als 30 Knoten Wind mit entsprechend hoher See. Die Nacht war sehr ungemütlich und unsere auf der Hinfahrt sehr genossenen Schlafintervalle fielen gänzlich aus.

Im ersten Morgenlicht konnten wir dann bei immer noch kräftigem, immer weiter auf West drehendem Wind auf einen südlicheren Kurs abfallen und das Verkehrstrennungsgebiet der Kadetrinne rechtwinklig kreuzen. Es folgte die Ansteuerung der Warnow Mündung bei Durchzug von zwei kräftigen Regenschauern mit entsprechenden Schauerböen und hohem Seegang direkt vor der Einfahrt. Unglücklicher Weise mussten wir zwei ausfahrenden Fähren Vorfahrt gewähren und durften die beiden Molenköpfe vor Warnemünde erst im 3. Versuch passieren. Etwas genervt fiel dann schnell der Entschluss nicht in den Hafen Hohe Düne einzulaufen und dort mit nicht beständig laufendem Motor irgendwelche Hafenmanöver bei Starkwind zu machen, sondern gemächlich der Warnow bis nach Rostock zu folgen. Um 11 Uhr machen wir nach 29 Stunden und 192 Seemeilen ziemlich müde längsseits im Hafen fest. Es folgt ein Frühstück und erholsamer Schlaf. Wir verbringen zwei schöne Tage in Rostock, wo wir uns mit Heiko Scholz getroffen haben und beim Griechen direkt am Hafen zusammen lecker zu Abend gegessen haben.
Den abschließenden letzten Schlag nach Großenbrode mussten wir auch in Ermangelung von Wind wieder unter Maschine machen. Doch genau zum Ablegen fällt der Motor wieder aus. Glücklicher Weise kann der uns von Heiko empfohlene Motormechaniker die Verschmutzung der Dieselzufuhr zur Maschine schnell beseitigen.
Es folgt eine unspektakuläre Heimfahrt nach Großenbrode unter nun sauber funktionierender Maschine.
Fakten des Törns: 1100 SM, davon 700 SM unter Maschine, 7 Häfen und viele schöne Nächte vor Anker, ganz wenig Regen aber auch ganz wenig Segelwind.